Erfolgreicher Start in die Saison 2018

Knapp gewonnen – SKV Team trotzt beim erfolgreichen Start in die Jubiläumssaison 2018 widrigen Voraussetzungen

Schwieriger hätten die Ausgangslage für die Bundesligamannschaft der Siegerländer Kunstturnvereinigung beim Auftaktwettkampf der 50. Saison der Deutschen Turnliga in Heilbronn nicht sein können.

Neben Top-Turner Philipp Herder, der die Farben Deutschlands beim American Cup in Chicago mehr als würdig vertrat, musste sich auch noch Juniorennationalturner Eric Lloyd Hinrichs am Wettkampftag abmelden, der ein Opfer der Grippewelle wurde. Beinahe wäre auch der Britische Ringespezialist Courtney Tulloch ausgefallen, der witterungsbedingt eine unfreiwillige Nacht am Londoner Flughafen verbringen musste und erst kurz vor Wettkampfbeginn in Heilbronn eintraf. 

Ein Ausfall  von Tulloch wäre überhaupt nicht zu kompensieren gewesen, stand doch neben ihm in Neuzugang Saso Bertoncelj nur ein weiterer Ausländer im Aufgebot, der aber von vornherein nur am Seitpferd eingesetzt werden sollte und schon seit langem die anderen Geräte überhaupt nicht mehr trainiert, um mit seinen Kräften haushalten zu können – im fortgeschrittenen Turneralter von 33 Jahren sicher eine gute Strategie.

Dass es dann am Ende noch einmal so knapp werden würde, war in der ersten Wettkampfhälfte nicht absehbar. Die Siegerländer legten gleich am Boden richtig los, gewannen alle vier Duelle und gingen mit 13:0 Score-Punkten in Führung. Beste Bodenturner auf SKV-Seite waren Courtney Tulloch und Daniel Uhlig mit 13,45 bzw. 13,15 Punkten.

daniel

Zunächst lautete das Geräteergebnis sogar 14:0, die Heilbronner legten jedoch Protest gegen eine Note ein, dem berechtigter Weise stattgegeben wurde. Hierdurch kam dann das Wettkampfprotokoll so durcheinander, dass die von Daniel Uhlig gewonnenen Punkte bis beinahe zum Wettkampfende überhaupt nicht in der Zwischenwertung erschienen. „Das war ein unhaltbarer Zustand, den wir auch dem Oberkampfrichter vorhalten müssen. So eine Entscheidung muss auf jeden Fall den Mannschaftsleitungen mitgeteilt werden, und auch in der Halle richtig angezeigt werden. Man stelle sich einmal vor, im Fußball würde aufgrund des Videobeweises ein Tor aberkannt, bliebe aber auf der Anzeigetafel stehen bis 2 Minuten vor Spielende. Was für die Zuschauer schon unbefriedigend ist, ist für die Turner eine Belastung, weil sie natürlich auch die Zwischenstände aufnehmen und sich fragen, was da vorgeht, und das bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die eigene Konzentration“ beklagte SKV-Präsident Reimund Spies diesen unverständlichen Lapsus der Wettkampfleitung.

 

saso

 

Beim anschließenden Seitpferdturnen kam dann erstmals der Slowene Saso Bertoncelj zum Einsatz. Er turnte die mit Abstand schwierigsten Verbindungen an diesem Gerät und ließ sich auch durch eine kleine Unsicherheit gegen Ende seiner Übung nicht aus der Ruhe bringen, so dass er sein Duell gegen den Russen Valentin Starikov mit 5 Punkten gewinnen konnte. Der Plan der SKV-Verantwortlichen, mit einem Extrakönner wie Bertoncelj der eigenen Mannschaft am „Zittergerät“ Seitpferd mehr Stabilität zu geben, war da bereits aufgegangen. Eine sehr schöne Seitpferdübung zeigte auch Sebastian Bock, die mit 13,00 Punkten und 4 Score-Punkten belohnt wurde. Die SKV konnte das Seitpferdturnen mit 9:8 Score-Punkten gewinnen, wobei Daniel Uhlig und Nico Ermert ihre Duelle abgeben mussten, Ermert allerdings als kurzfristig für Hinrichs nominierter Ersatzmann.

Dario

Ebenso knapp war auch der Ausgang beim Ringeturnen. Courtney Tulloch merkte man die Reisestrapazen deutlich an, sein Übungsvortrag war nicht so souverän wie gewohnt. Trotzdem wurden seine Note von 14,10 mit 4 Score-Punkten belohnt. Mit Dario Sissakis feierte ein weiterer Neuzugang der SKV seinen Bundesligaeinstand an diesem Gerät. Der in Berlin bei Sascha Münker trainierende Sissakis zeigte sich sehr gut auf den Wettkampf eingestellt und gewann gleich sein erstes Bundesligaduell von 5 Punkten.

Mit einem beruhigenden Vorsprung von 31:15 Punkten konnte die SKV in die Pause gehen, und der Stärke der Siegerländer in den letzten Jahren am Sprung konnte man eigentlich davon ausgehen, dass das Punktepolster zu Beginn der zweiten Wettkampfhälfte noch einmal ausgebaut werden könnte. Es kam jedoch anders.

Während Courtney Tulloch nach einem leichten Landungsfehler sein Duell gegen den Heilbronner Fabian Geyer noch unentschieden halten konnte, verpatzte Altmeister Matthias Fahrig seinen Sprung und musste gleich 4 Score-Punkte dem Russen Starikov überlassen. Zwar holte sich Andreas Jurzo mit dem besten Sprung der Siegerländer, der mit 13,85 Punkten belohnt wurde, wieder zurück, aber nachdem auch Dario Sissakis sich seinem Kontrahenten Carlo Hörr geschlagen und 3 Punkte abgeben musste, gewannen die Heilbronner die erste Gerätewertung mit 7:4 Punkten.

Dario

 

 nico

Von da an setzte die Heilbronner Mannschaftsleitung ganz auf Angriff und positionierte ihre beiden besten Turner Starikov und Hörr auf die Positionen 1 und 2 an Barren und Reck. Begünstigt durch Fehler von Tulloch und Sissakis gewannen sie auch umgehend das Barrenturnen deutlich mit 9:1 Punkten, Nico Ermert holte hier einen wichtigen Punkt für die SKV-ler. 

Damit war der Vorsprung der SKV vor dem abschließenden Reckturnen bereits auf die Hälfte der Halbzeitführung zusammen geschmolzen, und dieser Trend sollte sich bei den ersten beiden Reckübungen fortsetzen. Uhlig und Sissakis auf SKV Seite unterliefen leichte Fehler, während die Heilbronner Starikov und Höck ihre Übungen sauber durchturnen konnten. Sie holten zusammen 7 Score-Punkte, und plötzlich lag das KTT zwei Punkte vorn!

Die SKV Mannschaft ließ sich hierdurch jedoch keineswegs schocken. Es ging noch einmal ein Ruck durch die Mannschaft, und Nico Ermert avancierte mit seiner Übung zum Matchwinner. Er zeigte bei seinen Flugteilen keine Unsicherheiten und brachte auch seinen Abgang zum sicheren Stand, so dass er den Rückstand in einen Vorsprung drehen konnte, den dann Sebastian Bock im abschließenden Duell trotz kleinerer Unsicherheiten ins Ziel retten konnte.

„Es war von vornherein klar, dass der Wettkampf in Heilbronn kein Selbstläufer für unsere Mannschaft werden würde. Wenn der Turner, der an der Nr. 1 eingesetzt werden soll, ausfällt, macht sich das im Ergebnis bemerkbar. Es ist ja nicht so wie in einer Ballsportart, dass dann die anderen Spieler sich mehr anstrengen und einen Teil des Ausfalls kompensieren können. Bei uns rückt dann die Nr. 5 in die Mannschaft, die überhaupt nicht turnen sollte. Fällt dann noch an dem einen oder anderen Gerät ein Turner aus, der fest eingeplant war, wie das bei Eric Lloyd der Fall war, kommt schon die Nr. 6 zum Einsatz, und das zieht dann den Punkteschnitt immer weiter nach unten. Heute bin ich nicht nur mit dem Ergebnis zufrieden, sondern auch damit, wie sich unsere Jungs am Ende den Sieg gesichert haben“, so das Fazit von SKV Präsident Spies zum Auftaktwettkampf.

Einzelnachweis

team

Fotos: Marina Schüßler


Courtney

nico

Matthias

saso

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sebastian

ringe

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nico

dario

nico

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Fotos: Marina Schüßler